Dr. phil. em. Professor für Neuere Geschichte Ernst Nolte

Dr. phil. em. Professor für Neuere Geschichte Ernst Nolte

Ein Vortrag von Dr. Ernst Nolte, gehalten am 6. November 2004 in Turin

Nie zuvor in der Weltgeschichte war eine Aktion so eindeutig und auf so anschauliche, von zahllosen Augen auf den Fernsehschirmen wahrgenommene Weise als „Angriff“ zu qualifizieren gewesen wie die selbstmörderische Attacke zweier entführter Passagierflugzeuge gegen die Türme des World Trade Center in New York am 11. September 2001. Die Zahl der Opfer war mit 3000 höher, als sie es bei den meisten Luftangriffen des Zweiten Weltkriegs gewesen war, aber w e r der Angreifer gewesen war, blieb zunächst unklar. Dass es sich um Araber und jedenfalls um Anhänger des Islam gehandelt hatte, wurde bald evident; aber waren sie etwas anderes als eine kleine Gruppe von Terroristen? Gleichzeitig wussten nämlich die Korrespondenten der Sender und Zeitungen von riesigen Freudenkundgebungen in fast allen islamischen Ländern zu berichten, und es konnte der Eindruck entstehen, dass „der Islam“ als solcher die USA und in eins damit die ganze „westliche Welt“ angegriffen habe. Dieser Eindruck wurde nicht schon dadurch aus der Welt gebracht, dass alle zuständigen Stellen, vornehmlich die Regierungen der islamischen Länder u n d der USA ihm mit Nachdruck entgegentraten und eine eindeutige Unterscheidung zwischen der friedfertigen Weltreligion des Islam und den wenigen „islamistischen“ Terroristen des Bin Laden trafen und häufig auch den Begriff des amerikanischen Politologen Samuel Huntington vom „Zusammenstoß der Zivilisationen“ nachdrücklich verwarfen. Continue reading ‘Der heutige Islam – im Angriff oder in der Verteidigung?’


Volker Kauder

Volker Kauder (CDU, Fraktionschef der Union)

Volker Kauder - derzeit wohl der einzige CDU-Politiker, der erkannt hat, daß Merkels Strategie der asymmetrischen Demobilisierung nicht funktionieren kann – hat sich an ein heißes Eisen gewagt: In einem Focus-Interview kritisiert er “das türkische Männerbild” und weist auf den Zusammenhang mit Gewaltausbrüchen bei “Migranten” hin. Der Auslöser dafür dürfte sein, daß eine der Mitarbeiterinnen des Unionsfraktionschefs kürzlich mitten in Berlin von Ausländern ohne Grund brutal zusammengeschlagen wurde.

Daß die Einzelfalltheorie mittlerweile beim besten Willen nicht mehr zu halten ist, belegen zahllose Fälle. Der neueste: die offene Einschüchterung von Zeugen bei einem Prozess gegen eine Gruppe Jugendlicher „überwiegend türkischer Abstammung“ in Geislingen. Anders, als mit einem massiven Polizeiaufgebot wußte der Amtsrichter sich nicht mehr zu helfen. Continue reading ‘Zu Volker Kauders Kritik am “türkischen Männerbild”’


Die bayerische Familienministerin Christine Haderthauer (CSU) hat einen Wettbewerb ausgeschrieben, mit dem ein deutsches Wort für die Fertigkeit Lesen und Schreiben zu können (engl. “Literacy”) gefunden werden soll. Anlaß dafür ist der Literacy-Monat in Bayern 2010, der ein “Bewusstsein für die Wichtigkeit der frühen Begegnung mit Schriftsprache und Büchern schaffen und dieses schärfen” soll.

Wenn dieser Wettbewerb der bayerische Beitrag zur Rettung des schwer angeschlagenen konservativen Profils der Union sein soll, sieht es wirklich düster aus. Weshalb ist die Union nicht in der Lage, sich den inhaltlichen Herausforderungen der Zeit zu stellen?

Kristina Köhler beim unsittlichen CSD-Karneval

Kristina Köhler beim unsittlichen CSD-Karneval

Könnte es daran liegen, daß die neue Familienministerin des Bundes Fräulein Dr. Kristina Köhler neuerdings beim unsittlichen Christopher Street Day herumturnt, statt sich mit den Positionen des politischen Gegners zu befassen? Continue reading ‘Sprachlosigkeit und Analphabetismus’


Moskau, 18. Dezember, Interfax – Das Moskauer Patriarchat hat vorgeschlagen, eine öffentliche Agentur zur Kontrolle der Beachtung moralischer Normen durch Geschäftsleute ins Leben rufen.

“Ich will vorschlagen unseren Geschäftsleuten Sozialjuristen aus unserem Land anbieten, um einen Rat oder Ausschuß zu gründen, der moralisches Verhalten in der Geschäftswelt evaluiert und zwar in Begriffen konkreter Namen und Fakten. Es sollte bewährte Methoden und schlimme Fälle erörtern,” sagte der Vorsitzende des Synodalen Abteilung für Kirche und Gesellschaft, Erzpriester Vsevolod Chaplin, bei der Anhörung des Föderationskonzils.

Laut dem Priester, “wird es sinnvoll sein, wenn wir die Meinung der Agentur zu Aktivitäten bestimmter Leute in den Bereichen Betäubungsmittel, Alkoholkonsum und Waffenhandel veröffentlichen.”

“Wenn der Besitzer eines Geschäfts, das im Drogenhandel involviert ist, weiß, daß sein Gesicht auf der Webseite gezeigt wird, sowie auf einer Liste von Organisationen mit denen er in Verbindung steht, wird das sehr bald Wirkung zeigen,” sagte Vt. Vsevolod.


Moskau, 17. Dezember, Interfax – Die Unzufriedenheit bei den Lutheranern über die Wahl Margot Käßmanns zur Ratsvorsitzenden der EKD kann zu einer Zuwendung ihrer Gemeindemitglieder hin zu traditionelleren christlichen Kirchen führen, glaubt man beim Orthodoxen Fachverband.

“Der Niedergang protestantischer Gemeinden, wie er in weiblichen Bischöfen zum Ausdruck kommt, ist eine Chance für die Zeugen der Orthodoxie in Europa. Alle Lutheraner klaren Verstandes werden sich der Orthodoxie zuwenden, wie das auch schon der Führer im Weltkirchenrat und ehemalige Pastor Karl Felmy getan hat. Er wurde orthodoxer Christ und Theologe,” heißt es in der am Donnerstag an Interfax-Religion zugesandten Stellungnahme des Verbandes.

Karl Christian Felmy

Karl Christian Felmy

Gemäß des Verbandes ist es bei Protestanten weitaus wahrscheinlicher, daß sie sich der Orthodoxie als dem Katholizismus zuwenden, weil “das Dogma der Unfehlbarkeit der Stein des Anstoßes zwischen Lutheranern und Katholiken ist.”

“Daß die Lutheraner zu ihren Ursprüngen zurückkehren ist unwahrscheinlich, deshalb sollten Katholiken dem orthodox-lutherischen Dialog mit Sympathie gegenüberstehen, weil es für Lutheraner besser ist, eine traditionelle Kirche zu wählen, als der finale Niedergang und Säkularisierung”, glauben die Autoren des Dokuments.

Gemäß der Stellungnahme hat auch der russische Staat ein Interesse an der orthodoxen Mission in Europa, weil “Konvertiten zur Russischen Kirche auch russophil werden.”

Die Autoren regen die Durchführung eines “Kirche-Öffentlichkeit-Staat”-Kongresses mit Vertretern traditioneller Werte in Moskau an, der christliche Konvertiten aus Europa anziehen sollte und Russland als Schutzhort traditioneller Werte bestätigt.

“Wir sollten deshalb hier und jetzt einen theologischen Dialog mit Lutheranern beginnen, die mit dem Phänomen weiblicher Bischöfe unzufriedenen sind und orthodoxe Texte ins Deutsche und andere europäische Sprachen übersetzen,” glauben die Autoren.


Navi Pillay (UN Hochkommissarin für Menschenrechte)

Navi Pillay (UN Hochkommissarin für Menschenrechte)

Die UN Hochkommissarin für Menschenrechte Frau Navi Pillay vertritt die Auffassung, das Minarettverbot verstoße gegen die Artikel 2, 18 und 20 des UN Zivilpaktes (ICCPR). Aus Pillays Unwohlsein wird aber nicht mehr herauskommen, als beim Hornberger Schießen. Man wird die Schweiz in den alle vier Jahre erstellten Universal Periodic Reviews (UPR) des UN Menschenrechtsrates tadeln. Darüber hinaus wird aber nichts passieren, weil es sich politisch eben nicht durchsetzen läßt.

Auch beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wird man sich nicht zu einer Verdammung durchringen können, weil dem Gericht in Strassbourgh sonst noch größere Akzeptanzprobleme drohen würden, als nach dem schon heftig umstrittenen Urteil zum Kruzifix an Italiens öffentlichen Schulen.

Dennoch wird hier und da freilich weiterhin Kritik am Minarettverbot geäußert werden. Wie damit umgehen? Continue reading ‘Wie weiter nach dem Schweizer Minarettverbot?’


Moskau, 1. Dezember, Interfax – Der rennomierte Religionsexperte und Autor zahlreicher Werke zur Geschichte des modernen Islam Roman Silantyev versteht das Verbot zum Bau von Minaretten in der Schweiz und drängt darauf, die Entscheidung nicht zu dramatisieren.

“Es gibt keinen Grund die Situation zu dramatisieren. Die Schweizer Justizministerin hat klar erklärt, daß diese Abstimmung nicht gegen Muslime als solche gerichtet war, sondern gegen extremistische Muslime, weil dieses Problem in ganz Europa besteht”, sagte Silantyev Interfax-Religion am Dienstag.

Seiner Auffassung nach hat die Schweiz verstanden, daß es keine Frage “der Befriedigung religiöser Belange von Muslimen ist, sondern der Versuch aggressiver Expansion und daß sie daher entschieden ist, dies zu beenden.”

“Das Vorhandensein oder die Abwesenheit eines Minaretts beeinflußt in keiner Weise das Vermögen der Muslime zu beten. Früher wurden die Gläubigen von Minaretten aus zum Gebet vorgeladen, aber heute hat fast jeder eine Uhr, ein Mobiltelefon oder eine Weckuhr. Nachdem somit Minarette ihre Funktion verloren haben, läßt der obsessive Wunsch zum Bau von Minaretten viele Leute hellhörig werden,” glaubt der Religionsexperte.

Er wies darauf hin, daß muslimische Länder häufig “religiös unzuverlässige Elemente exilieren und daß diese Leute gewiss nicht nach Afrika gehen, sie gehen in entwickelte Länder, wo sie herzlich aufgenommen werden, aber sie wertschätzen einen solchen Empfang nicht, sie verstehen nicht, daß sie als Besuch gekommen sind und die Traditionen und Gewohnheiten dieser Länder respektieren sollten.”

“Pompöse Moscheen, besonders die mit hochragenden Minaretten, werden oft nicht als Gebetsplatz positioniert, sondern als provozierende Symbole  der Anwesenheit und das ist genau der Grund einiger arabischer Staaten, wenn sie Moscheen bauen, die größer sind, als sie die Gemeinden wirklich bräuchten, Moscheen ‘zum Reinwachsen’”, sagte der Experte.

Er bemerkte, daß er dutzende ähnlicher Fälle in Russland aufzählen könnte, bei denen “diese Art von Hypermoscheen, die nicht mit der Größe der muslimischen Gemeinde korrelieren, in russischen Städten beinahe gebaut worden wären und diese Pläne erst nach der Drohung mit einem nationalen Votum verworfen wurden.”




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