Ob Spiegel-Lohnschreiber wohl Treuepunkte sammeln?

04Sep09

Heute, gegen 18.15 Uhr an der Kasse im Supermarkt, als ich mir schnell noch ein paar Lebensmittel gekauft habe.

Die Kassiererin:

Deutschland-Card? Sammeln Sie Treuepunkte?

Ich:

Nein, ich will ja gar nicht treu sein!

Grund ist, daß ich mich gar nicht mit dem Gedanken beschäftigen will, ob es sich lohnen könnte, diese dussligen Punkte zu sammeln und mich damit an eine bestimmte Handelskette zu binden. Das ist mir schon lange zu dumm. Daher habe ich beschlossen, mich bei dieser Selbstversklavung überhaupt nicht zu beteiligen, um mir die Freiheit zu bewahren, dort einzukaufen, wo ich gerade Lust habe.

Also kaufe ich mal hier und mal da ein. Insgesamt sind es freilich auch nicht mehr, als drei oder vier Geschäfte in denen ich meine Sachen kaufe, aber der Bindung an ein Geschäft entgehe ich immerhin.

Das habe ich mittlerweile schon so mancher Verkäuferin erklärt; und zwar geduldig.

Aber die fragen mich immer noch:

Sammeln Sie Treuepunkte?

Deshalb habe ich dann nach dem Bezahlen als Nachsatz noch gesagt:

Warum hören Sie nicht endlich auf mit Ihren blöden Marketing-Tricks? Irgendwann langt es doch mit diesem Unsinn.

Um Freundlichkeit bemüht zwar, aber doch recht bestimmt. Einer der Kunden, der nach mir kam und seine Sachen schon auf dem Fließband hatte, hat mich angesehen und im Lachen seiner Augen war zu sehen, daß er mir zustimmt.

Auf dem Nachhauseweg habe ich mir dann überlegt, was ich da überhaupt gesagt habe.

Natürlich will ich treu sein, aber für Treue kann man doch keine Punkte vergeben!

Entweder man ist treu, weil man treu sein will oder man ist es nicht.

Da fiel mir dann auf, welchem Begriff von Treue die Lohnschreiber beim Spiegel und anderen kirchenfeindlichen Blättern offenbar anhängen:

Wenn der Papst sagt, daß es kein besseres Mittel gegen AIDS als die Treue gibt, dann empören sie sich. Aber es läßt sie kalt, wenn ihnen an der Supermarktkasse Treuepunkte angeboten werden.

Liegt das daran, daß Lohnschreiber diese Treuepunkte vielleicht sammeln?

Denkbar wäre das durchaus, weil sie es ja gewohnt sind, sich kaufen zu lassen. Ob man sich mit „Treuepunkten“ so abrichten läßt, daß man immer wieder in gleiche Geschäft geht oder ob man sich dafür bezahlen läßt, mit in der Sache falschen Artikeln die unbedingte Hegemonie des Hedonismus zu verteidigen, läuft ja auf’s Selbe hinaus.

Vielleicht kann das ja mal jemand Katrin Henneberger erklären?

Die hatte im März diesen Jahres in einer Pressemitteilung der Grünen Jugend noch „der Papst ist Irre!“ gekräht.

Was Fräulein Henneberger damit bezwecken wollte, ist mir heute noch nicht klar. Unbewußt hat sie jedenfalls dazu beigetragen, daß der Treuebegriff weiter in der Händen von Supermarktketten bleibt.

An der Stelle wird übrigens auch deutlich, wie dumm die sozial-liberale Propaganda ist.

Statt dem nationalsozialistischen Treuebegriff inhaltlich etwas entgegenzusetzen, schaut man zu, wie die Konsumpropaganda ihn vereinnahmt! Der Grund dafür kann nur sein, daß der Liberalismus zur Treue ein ebenso krankes Verhältnis hat, wie der Sozialismus.

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