Armut ist nicht der Grund für den Terror

12Sep09

In der Botschaft des Vatikan zum Jahrestag des 11. September 2001 heißt es:

Für den Vatikan ist Kampf gegen Armut folglich Teil des Anti-Terror-Kampfes, Teil der – so die Botschaft wörtlich – „Zurückdrängung der Erscheinungsformen des Extremismus und der Gewalt“.

Und weiter:

„Wir wissen alle, dass die Armut erniedrigt und unerträgliche Leiden erzeugt; sie sind oft Quelle der Vereinsamung, der Wut, ja sogar des Hasses und des Verlangens nach Rache. Das kann zu feindlichen Handlungen mit allen zur Verfügung stehenden Mittel führen, die sogar mit Erwägungen religiöser Art gerechtfertigt werden: sich im Namen einer angeblichen ,göttlichen Gerechtigkeit’ des Reichtums des anderen, sein Friede und seine Sicherheit inbegriffen, zu bemächtigen.“

Daß Armut der Grund für den Terror wäre, stimmt eben nicht.

Der Grund liegt in der Hegemonie des Westens unter Führung der USA, die sich ja auch auf islamische Länder erstreckt.

Wenn man jetzt mit Formeln wie dem „Kampf gegen die Armut“ arbeitet oder auch „Durchsetzung einer gerechten Internationalen Sozialen Marktwirtschaft“, dann bekommt diese Hegemonie zwar eine sozialistische Färbung, aber das ändert kaum etwas.

Mit dem Attentat vom 11. September ging es den islamischen Terroristen darum, das Zentrum der Weltfinanz anzugreifen, das sie als Herzkammer dieser Hegemonie erkannt hatten. Aber diese Hegemonie besteht auch dann noch, wenn die Börsenmakler in New York ein paar andere Vorschriften zu beachten haben.

Entscheidend ist, daß der Liberalismus ebenso den Kult des goldenen Kalbes zelebriert, wie der Sozialismus. Seit der Finanzmarktkrise, rund 20 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer, übernehmen Liberalismus und Sozialismus wechselseitig gewisse Slogans und Konzepte und werden so einander ähnlich. Davon wird aber auch kein Segen ausgehen.

Wenn man religiöse Aspekte mal außen vor läßt, dann bleibt als Gegenbewegung zum liberal-sozialistischen Globalismus nur eine Renaissance souveräner Nationalstaaten.

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3 Responses to “Armut ist nicht der Grund für den Terror”

  1. —Wenn man jetzt mit Formeln wie dem „Kampf gegen die Armut“ arbeitet oder auch „Durchsetzung einer gerechten Internationalen Sozialen Marktwirtschaft“, dann bekommt diese Hegemonie zwar eine sozialistische Färbung, aber das ändert kaum etwas.—

    Für die Zehntausende, die Tag täglich verhungern würde das sehr wohl nicht nur einiges, sondern sogar alles verändern!

    • Es geht hier nicht um den Hunger in der Welt, sondern um die Ursachen des Terrors. Der Zusammenhang, den der Vatikan da herzustellen versucht, ist nun mal falsch.

  2. Eine andere Möglichkeit wäre, besonders für Deutschland und für Russland, die Rückkehr zum christlichen Reichs-Staat. Ich weise auf die vielen Überlegungen hin, die russiche Denker zu diesem Modell angestellt haben, z.B. Alexander Ruzkoi, aber auch viele andere. In Deutschland nenne ich Dirk Budde. Näheres findet sich auf meiner Seite.

    Man gebe sich alerdings nicht der Illusion hin, als könne sich in Deutschland und der ganzen westlichen Welt auch nur das Geringste verbessern ohne eine Reform der Kirche zu ihrer tatsächlichen Lehre hin, an Haupt und Gliedern. Dies ist da Feld, auf dem die Tüchtigen derzeit ihren Schweiß vergießen solten.


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