Wen Sarrazin eigentlich kritisiert hat: die Migrations- und Integrationsindustrie

12Okt09

Offenbar haben viele Probleme damit, zu verstehen, was Thilo Sarrazin überhaupt gemeint hat. Hier ein Absatz aus dem Interview:

Die Stadt hat eine überdimensionierte Infrastruktur für 4,5 Millionen Menschen, das sieht man an der Breite der Straßen. Die Stadt hat einen produktiven Kreislauf von Menschen, die Arbeit haben und gebraucht werden, ob es Verwaltungsbeamte sind oder Ministerialbeamte. Daneben hat sie einen Teil von Menschen, etwa zwanzig Prozent der Bevölkerung, die nicht ökonomisch gebraucht werden, zwanzig Prozent leben von Hartz IV und Transfereinkommen; bundesweit sind es nur acht bis zehn Prozent. Dieser Teil muß sich auswachsen.

Dieses „Auswachsen“ ist als Perspektive im Sinne eines Zurückstutzens der „überdimensionierten Infrastruktur“ zu verstehen, die er als ehemaliger Finanzsenator von Berlin kritisiert hatte.

Das bedeutet, daß dieser Teil der Bevölkerung gebraucht werden wird, wenn die überdimensionierte Infrastruktur zurechtgestutzt wird. Das wird stimmig, wenn man die ganzen staatlichen Strukturen, die mit der Bereitstellung nicht in Anspruch genommener Integrationsangebote beschäftigt sind, als Teil der überdimensionierten Infrastruktur begreift. Statt zu integrieren sind diese Strukturen damit beschäftigt Ausreden zu produzieren, weshalb „Migranten“ sich angeblich nicht integrieren können. Das Produzieren dieser Ausreden ist im Eigeninteresse dieser Strukturen, weil diese natürlich ihre Existenzberechtigung untermauern müssen, um an staatliche Geldmittel zu kommen: „Migration“ ist zum Industriezweig geworden.

Hier ein Artikel, aus der FAS, 9. August 2009, der das Problem veranschaulicht: Der Steuerzahler finanziert eine ganze Industrie von Integrationsleistungen, die den Status Quo konserviert, statt die Integration tatsächlich voranzubringen, weil sie primär mit Lobbyarbeit beschäftigt ist.

Sarrazins Kritik richtet sich also nicht an die Addresse der „Migranten“ resp. Türken und Araber, sondern primär an diejenigen, die von der Verwaltung des Elends profitieren – die Migrationsindustrie.

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One Response to “Wen Sarrazin eigentlich kritisiert hat: die Migrations- und Integrationsindustrie”

  1. 1 Marianne Mair

    das ist nur eine Geschäftssache mit den Mitleid und gebrochenen Versprechen


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