Sprachlosigkeit und Analphabetismus

30Jan10

Die bayerische Familienministerin Christine Haderthauer (CSU) hat einen Wettbewerb ausgeschrieben, mit dem ein deutsches Wort für die Fertigkeit Lesen und Schreiben zu können (engl. „Literacy“) gefunden werden soll. Anlaß dafür ist der Literacy-Monat in Bayern 2010, der ein „Bewusstsein für die Wichtigkeit der frühen Begegnung mit Schriftsprache und Büchern schaffen und dieses schärfen“ soll.

Wenn dieser Wettbewerb der bayerische Beitrag zur Rettung des schwer angeschlagenen konservativen Profils der Union sein soll, sieht es wirklich düster aus. Weshalb ist die Union nicht in der Lage, sich den inhaltlichen Herausforderungen der Zeit zu stellen?

Kristina Köhler beim unsittlichen CSD-Karneval

Kristina Köhler beim unsittlichen CSD-Karneval

Könnte es daran liegen, daß die neue Familienministerin des Bundes Fräulein Dr. Kristina Köhler neuerdings beim unsittlichen Christopher Street Day herumturnt, statt sich mit den Positionen des politischen Gegners zu befassen?

Der macht sich nämlich einen Spaß daraus, im Bundestag die freiheitsfeindliche Ergänzung von GG Art. 3 Abs. 3 um eine “sexuelle Identität” gegen die Zukunftsinteressen des deutschen Volkes und seiner Zuwanderer in Stellung zu bringen. Hierfür bediente sich Volker Beck (Grüne) jüngst im Bundestag des Holocaust-Gedenkens und bestätigte so nebenbei die Diagnose des jüdischen Journalisten Benjamin Weinthals in der Haaretz, wonach dieses Ritual „mittlerweile einer Form der Zwangsstörung ähnelt” (worüber der Deutsch-Brite Alan Posener sich prompt ereifert hatte):

Im Artikel 3 haben wir zwei Gruppen, die Opfer des Nationalsozialismus waren, vergessen. Die Behinderten und die Homosexuellen“, erklärte Volker Beck (Grüne), der als erster gegen 13:30 Uhr ans Rednerpult trat. Behinderte seien bereits 1994 ins Grundgesetz aufgenommen worden, für die Kategorie „sexuelle Identität“ gab es zwar bereits damals eine Mehrheit – aber nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit. Beck appellierte an die Regierungsfraktionen, lediglich „drei weitere Worte in die Verfassung“ zu schreiben.

Zum Ende der Debatte kommentierte der Grüne Volker Beck noch den Beitrag Harbarths: „Die Zivilcourage in der Union beschränkte sich bislang darauf, alle Anträge zu schwul-lesbischen Rechten abzulehnen“. Dann zitierte er einen Beschluss der Union, das Grundgesetz in einem anderen Punkt ändern zu wollen – sie will nämlich Deutsch als Sprache der Bundesrepublik in der Verfassung festschreiben: „Durch die Erhebung der deutschen Sprache in den Verfassungsrang machen wir deutlich, welche Bedeutung und Wertschätzung wir unserer Sprache einräumen.“ Warum – so fragte Beck – ist die deutsche Sprache schutzwürdig, aber nicht Millionen Schwuler und Lesben?

Wußte die Familienministerin darauf keine Antwort oder verschweigt uns queer.de diese einfach nur?

Die Verantwortung der Ministerin für unseren Nachwuchs wäre der Schlüssel zur Antwort an Herrn Beck: Wenn sich die SPD im Bundestag für Kinderrechte im Grundgesetz stark macht und die Union das zurecht abweist, weil derart abstrakte Ziele ja niemandem helfen, dann sollte die Ministerin mal überlegen, was sie denn unter „Kinderrechten“ versteht.

Im Berliner Abgeordnetenhaus verstehen SPD und Linkspartei darunter das Recht „auf Entwicklung und Entfaltung seiner Persönlichkeit, auf gewaltfreie Erziehung und auf den besonderen Schutz der Gemeinschaft vor Gewalt, Vernachlässigung und Ausbeutung“. Hier fehlt ganz offenbar das Recht auf eine Bildung, die den Kindern auch ein späteres Berufsleben ermöglicht.

Der Grundstein davon ist immer noch der Erwerb der deutschen Sprache in Wort und

Fraktur Schrift

an Kindergärten und Schulen.

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